 |
Eröffnet wurde das Podium, so wie es sich im Grossratssaal gehört, durch den Grossratpräsidenten Ernst-Ulrich Katzenstein. Als «Hausherr» übergab er sozusagen den Saal an Fritz-Peter Stähelin, Meister E.E. Zunft zu Rebleuten.
Nach der Begrüssung der ca. 130 Zuhörer, die sich im Grossratssaal eingefunden haben, erläutert Fritz-Peter Stähelin, warum die Zunft zu Rebleuten solche Anlässe organisiert, und welche weiteren Aktivitäten im Gange sind. Überleitend zum Thema bemerkt er, dass die Regio und vor allem Basel-Stadt durch die schwindende Anzahl Nationalräte in Bern immer schwächer vertreten wird und daher in der Schweiz noch mehr an den Rand gedrängt und vergessen wird.
Unter der Leitung von Mirjam Jauslin diskutierten die Teilnehmer eine gute Stunde lang im Grossratssaal über «Basel zwischen Schweiz und Regio».
Einleitend lobte Ernst Mühlemann, Thurgauer Ex-Nationalrat, Basel als Schweizer Stadt mit geistigem Gesicht. Aber auch der Thurgau sei weit weg von Bern und niemand öffnet dort, wenn man nicht laut genug anklopft.
Sechs Nationalratsmitglieder seien wenig für so einen bedeutenden Kanton wie Basel-Stadt bestätigte Christine Wirz-von Planta und oftmals fehle dazu der nötige Konsens.
Wie man sich einsetzt sei massgebend, bemerkte Helmut Hubacher, langjähriger SP-Nationalrat. Dabei sei das direkte Lobbying wichtiger denn Reden vor dem Plenum.
NZZ-Korrespondent Franz Straub bemerkt, dass sich in Basel politisch wenig Aufsehen Erregendes ereignet. Und was geht, wird meist noch blockiert oder endet in einem Null-Summen-Spiel. So habe der Verfassungsrat sich nicht daran gewagt, die Struktur des Kantons markant zu verändern.
Basel ist eine trinationale Stadt von 700'000 Einwohnern, die viele spannende Dinge zu bieten hat, widersprach Jacques Herzog. Er verwies auf die vielen kulturellen und städtebaulichen Projekte in Basel. Man müsse sich diesem nur mehr bewusst sein.
Mühlemann betonte, die Grenzregionen müssten ihren Mehrwert auch in Bern ausspielen, wie dies die Region Bodensee macht: den Grossraum oder eben die Regio auch politisch einsetzen! Er macht den Vorschlag, eine regionale aussenpolitische Kommission zu bilden.
Für Hubacher ist die Trennung von Basel-Stadt und Baselland das grosse Unglück: In allen Bereichen muss separat verhandelt werden und die Differenzen würden nicht geringer. So ist zum Beispiel das Kinderspital so eine traurige Geschichte.
Die Uni habe allerdings schon gar viel Staub angesetzt und locke nur noch schwergewichtige Dozenten wie Nobelpreisträger an, bemerkte Franz Straub. Die ETH müsse aufgesplittet und ein Teil nach Basel geholt werden. Es gebe heute keinen Grund für die Konzentration am Hönggerberg mehr. So klar die Wort von Jacques Herzog. Einig dazu auch Hubacher: Die Planung in Bern sei klar auf Zürich und Lausanne ausgerichtet und die Uni Basel soll praktisch deklassiert werden.
Unweigerlich wurde auch das Swissair-Grounding und die Crossair-Übernahme zum Thema. Die Entrüstung der Basler sei in Zürich nur schwer verstanden worden meinte Straub. Mühlemann betonte, der Niedergang der Swissair sei ein nationales Problem, er habe das Grounding in München erlebt, wo er von den Deutschen ausgelacht wurde.
Kulturell biete Basel internationales Niveau, war man sich einig. Das Stadtmarketing sei spät und schwach an die Hand genommen worden, und so sei zum Beispiel auch an diesem Anlass niemand davon präsent.
Einig war man sich weiter, dass ein Wir-Gefühl in der Regio schon viele Kräfte bündeln würde. Es reiche nicht, gute Konzepte zu haben, es gehören auch gute Durchsetzungspläne zum Erfolg.
Wiederum war das Podium ein sichtlicher Erfolg in der schönen Umgebung des Rathauses. Unser Dank gilt unseren Zunftbrüdern aus dem Organisationsgremium: Fabian Bebler, Jürg Bosshardt, Eduard P. Etter, Kurt H. Schwaninger, Niklaus Zepf, Peter Zepf
Hören Sie den Radio-Spot
|
 |
 |